Diabetestypen

Typ 1 Diabetes 

Typ 1 Diabetes beruht auf einem vollständigen Fehlen des körpereigenen Insulins und tritt meist im Kindes- und Jugendalter auf. Als Ursache für diese Form des Diabetes gilt das Zusammenspiel von genetischer Veranlagung und äußeren Faktoren, hier vor allem Virusinfektionen. Diese rufen eine Fehlsteuerung des Immunsystems (Autoimmunerkrankung) hervor, was die Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen zur Folge hat.

In Deutschland sind etwa 350.000 Menschen davon betroffen. Die einzige Therapie bei Typ 1 Diabetes ist das lebenslange Spritzen von Insulin, um das fehlende, körpereigene Insulin zu ersetzen.


Typ 2 Diabetes

Typ 2 Diabetes beruht auf einem verringerten Ansprechen der Körperzellen auf Insulin (Insulinresistenz) und in einem späteren Stadium auch auf einer abnehmenden Insulinproduktion. Er ist mit Abstand die am häufigsten vorkommende Diabetes-Form und betrifft ca. 90 - 95% aller Menschen mit Diabetes.

Auch für die Entstehung des Typ 2 Diabetes sind äußere und genetische Faktoren verantwortlich. Die genetische Veranlagung spielt hier eine noch größere Rolle als beim Typ 1 Diabetes. Die äußeren Faktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck und Störungen des Fettstoffwechsels erhöhen jedoch am meisten die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken. Zu diesen Faktoren zählen neben den bereits genannten auch Rauchen und zunehmendes Lebensalter. Der Typ 2 Diabetes wurde früher daher auch Altersdiabetes oder Alterszucker genannt, da er in der Regel nicht vor dem 40. Lebensjahr auftritt. So ist jeder zweite Typ 2 Diabetiker über 65 Jahre alt. Allerdings erkranken inzwischen zunehmend jüngere Menschen und sogar viele Kinder. Der Grund für diese Entwicklung liegt in einem ungesunden Lebenswandel durch falsche Ernährung, mangelnde Bewegung und das daraus resultierende Übergewicht.

Zu Beginn der Krankheit sprechen die Körperzellen immer weniger auf Insulin an, es kommt zur Insulinresistenz. Anfangs versucht der Körper das Defizit an Insulin durch eine erhöhte Produktion auszugleichen, um so den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Dieser Mechanismus führt zur Erschöpfung der Insulinproduktion und damit zu einer gestörten Glukosetoleranz: Nach der Aufnahme von Glukose kommt es zu einem erhöhten und/oder verzögertem Blutzuckeranstieg. Im Laufe der Zeit manifestiert sich der Typ 2 Diabetes.

Viele Menschen könnten dem Typ 2 Diabetes könn(t)en ihre Krankheit für längere Zeit mit einer geregelten Lebensweise "behandeln". Das sind vor allem die Umstellung auf eine gesunde Ernährung,  eine vermehrte körperliche Bewegung und eine Gewichtsreduzierung, aber auch der Verzicht auf Nikotin und Alkohol. Ist dies nicht umsetzbar oder nicht mehr ausreichend, erfolgt anfangs meist eine Therapie mit Tabletten (orale Antidiabetika). Bringt das nicht (mehr) den gewünschten Effekt, kann (zusätzlich) ein GLP-1-Präparat gespritzt werden. Aber auch hier ist die spätere Umstellung der Therapie auf Insulin (eventuell weiterhin in Kombination mit Tabletten) absehbar. 


Schwangerschaftsdiabetes

Der Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes tritt während der Schwangerschaft aufgrund einer vermehrten Produktion von Geschlechtshormonen auf. Er verschwindet in der Regel nach Ende der Schwangerschaft wieder. Allerdings ist das Risiko für die spätere Entwicklung eines Typ 1 oder vor allem Typ 2 Diabetes stark erhöht. Bei etwa 2-5 % aller Schwangeren muss der erhöhte Blutzucker medikamentös behandelt werden.

Die meisten Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes können bereits durch eine Ernährungsumstellung gut eingestellt werden und nur wenige müssen gegebenenfalls bis zur Entbindung Insulin spritzen.


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